Tipps für mehrsprachige e-Learnings

Autor

Ylenia D'Amore

Datum

08. April 2026

Mehrsprachige e-Learnings erstellen? Das klingt einfach. Kurs auf Deutsch schreiben, per Tool übersetzen, fertig. Oder? Viele Unternehmen übersetzen Kurse automatisch und übersehen dabei kulturelle Anpassungen, Layout-Fehler und fehlenden Kontext. Das Ergebnis: Inhalte, die Lernende nicht verstehen oder falsch interpretieren. Mehrsprachige Mitarbeiterschulungen brauchen Lokalisierung: die gezielte Anpassung an Sprache, Kultur und Region. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mehrsprachige e-Learnings von Anfang an richtig planen und typische Fehler vermeiden. Inklusive Checkliste zur systematischen Überprüfung Ihrer Übersetzungen.

Übersetzung oder Lokalisierung: Was ist der Unterschied?

Bevor Sie mehrsprachige e-Learnings erstellen, sollten Sie einen zentralen Unterschied kennen: Übersetzung und Lokalisierung werden oft gleichgesetzt, haben aber unterschiedliche Auswirkungen auf den Lernerfolg. Bei einer Übersetzung übertragen Sie einen Text in eine andere Sprache, beispielsweise mit KI-Tools wie DeepL. Mit Lokalisierung passen Sie Inhalte gezielt an die Zielgruppe an, nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell und regional. Dazu gehören kulturelle Referenzen, Zahlenformate oder visuelle Elemente wie Bilder und Symbole.

Warum ist das wichtig? Gerade bei Mitarbeiterschulungen entscheidet dieser Unterschied über den Lernerfolg. Nur Inhalte, die zur jeweiligen Kultur passen, werden verstanden und im Alltag umgesetzt. Im Blogbeitrag betrachten wir beides gemeinsam: Sie erfahren, wie Sie Inhalte übersetzungstauglich erstellen und gleichzeitig von Anfang an richtig lokalisieren.

Ausgangstexte für mehrsprachige e-Learnings: 4 Tipps für einfache und fehlerfreie Übersetzung

Viele Unternehmen erstellen einen Kurs – und denken erst danach an die Übersetzung. Doch dann steigt der Aufwand: Grafiken und Texte brauchen mehr Anpassungen, das kostet Zeit und Geld, verzögert Rollouts und erschwert zudem die Anbindung neuer Standorte und Märkte. Die Lösung liegt im Ausgangstext. Wer Inhalte von Beginn an übersetzungstauglich aufbereitet, reduziert Aufwand und sichert Qualität:

  1. Klar und präzise schreiben
    Ein e-Learning ist kein Roman. Lernende wollen Inhalte schnell verstehen und direkt anwenden. Kurze Texte unterstützen genau das und erleichtern gleichzeitig die Übersetzung. Formulieren Sie kurze, klare Sätze, streichen Sie unnötige Füllwörter und schreiben Sie aktiv. Klare Texte bleiben auch in anderen Sprachen verständlich.
    Sie möchten viel Wissen vermitteln, wissen aber nicht, wie Sie Inhalte sinnvoll kürzen können? Dann hilft Ihnen der Blogbeitrag zur didaktischen Reduktion weiter. Dort erfahren Sie, wie Sie Inhalte gezielt strukturieren, Überflüssiges reduzieren und so den Lernerfolg Ihrer Mitarbeitenden steigern, ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr.
  2. Einen einfachen Wortschatz nutzen
    Komplizierte oder übertrieben elegante Formulierungen erschweren die Übersetzung. Setzen Sie stattdessen auf einen klaren, allgemein verständlichen Wortschatz. Vermeiden Sie zudem Synonyme, wenn sie denselben Fachbegriff meinen. Verwenden Sie zentrale Begriffe konsequent und einheitlich. So bleiben Begriffe konsistent und eindeutig, unabhängig von der Sprache.
  3. Humor und Redensarten vorsichtig einsetzen
    Humor lockert e-Learnings auf. Doch er funktioniert nicht in jeder Kultur gleich. Ironie oder Sarkasmus führen in Übersetzungen schnell zu Missverständnissen. Auch Redensarten sind stark kulturell geprägt. Ein Ausdruck, der im Deutschen selbstverständlich ist, funktioniert in anderen Sprachen oft nicht oder verliert seine Wirkung.
  4. Ein Glossar erstellen
    Ein Glossar stellt sicher, dass alle e-Learning-Autor:innen wichtige Begriffe einheitlich verwenden. So bleiben Übersetzungen konsistent, auch über mehrere Kurse hinweg. Typische Inhalte eines Glossars sind Fachbegriffe, branchenspezifische Begriffe oder interne Bezeichnungen im Unternehmen. 

3 häufige Fehler bei mehrsprachigen e-Learnings – und wie Sie sie vermeiden

Mehrsprachige e-Learnings scheitern selten an der Technik, sondern an der Planung. Denn wie bei der Übersetzung gilt: Wer Lokalisierung zu spät mitdenkt, produziert Kurse, die Zeit kosten, fehleranfällig sind und bei Lernenden nicht ankommen. Diese vier Fehler begegnen uns in Kundenprojekten immer wieder – dabei lassen sie sich einfach umgehen:

  1. Kontext fehlt in der Übersetzung
    Nutzen Sie automatische Übersetzungen, geht oft ein entscheidender Faktor verloren: der Kontext. Ein Beispiel: Sie beschreiben eine Dienstleistung oder einen Prozess, der nur an einem Standort existiert. Für andere Regionen wirken die Inhalte dann unklar oder irrelevant.
    Zudem funktioniert Sprache nicht überall gleich. Redewendungen, Slang oder kulturelle Referenzen verlieren in der Übersetzung schnell ihre Bedeutung. Was in einer Kultur locker und verständlich wirkt, ist in einer anderen unpassend oder wird falsch interpretiert.
  2. Kulturelle Unterschiede nicht berücksichtigen
    Zahlen, Daten und Masseinheiten unterscheiden sich weltweit. Passen Sie diese Elemente an die jeweilige Region an, bleibt der Inhalt verständlich und korrekt.
    Typische Beispiele: Datumsformate, Währungen, Masseinheiten, Temperaturangaben
  3. Audio, Bilder und Medien nicht übersetzen
    Viele denken bei Übersetzungen nur an Text. Doch auch Audio, Videos, Grafiken und Screenshots enthalten Sprache. Passen Sie diese Inhalte nicht an, wirkt der Kurs schnell inkonsistent. Nutzende verlieren die Orientierung, wichtige Informationen erreichen die Lernenden nicht mehr.
    Sie sind unsicher, wo Sie passende Bilder, Icons oder Infografiken finden und wie Sie diese sinnvoll einsetzen? In unserem Blogbeitrag Bilderm, Icons, Infografik in e-Learnings erfahren Sie, wie Sie visuelle Elemente in e-Learnings wirkungsvoll einsetzen.

Qualitätsprüfung für mehrsprachige e-Learnings

Prüfen Sie jedes e-Learning nach der Übersetzung sorgfältig. Nur so stellen Sie sicher, dass Inhalte verständlich und kulturell passend sind. Lassen Sie die Prüfung von einer Person durchführen, die die Zielsprache fließend spricht und schreibt. Damit Sie dabei nichts übersehen, lohnt sich eine strukturierte Vorgehensweise. 
Genau hier setzt unsere Checkliste an: Sie führt Sie Schritt für Schritt durch die Qualitätsprüfung Ihrer übersetzten e-Learnings, von Sprache über Kultur bis hin zu Technik und Navigation. So erkennen Sie typische Fehler frühzeitig, sparen Zeit bei der Überarbeitung und stellen sicher, dass Ihre Schulungen in jeder Sprache funktionieren.

Checkliste: Übersetzungen in e-Learnings systematisch prüfen

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