Stell dir vor, du möchtest mit deinem Auto von Zürich nach Barcelona fahren. Du kennst dein Ziel, aber nicht die beste Route. Fährst du blind ohne Google Maps los, musst du an jeder Abzweigung neu entscheiden, wo du abbiegst. Du weisst nicht, wie weit du schon gekommen bist oder ob du gerade einen riesigen Umweg fährst und dabei Zeit und Benzin verschwendest. So ähnlich geht es deinen Mitarbeitenden in ihrer beruflichen Weiterbildung, wenn sie zwar wissen, welche Kompetenzen sie sich aneignen sollen, aber unklar ist, wie sie dahin kommen.
Mit einer geplanten Route allerdings hast du Orientierungspunkte, die dir zeigen: Du bist auf dem richtigen Weg. Du kannst deine Route anpassen, falls eine Strasse gesperrt ist, du weisst wie viel Benzin du benötigst und wann du ankommen wirst. Ein Lernpfad übernimmt für deine Mitarbeitenden genau diese Rolle. Er ist ein passgenauer Fahrplan für den Lernprozess deiner Mitarbeitenden, abgestimmt auf ihre individuellen Bedürfnisse: Eine strukturierte Abfolge von aufeinander abgestimmten Lernschritten, die aufeinander aufbauen, führt die Lernenden zu einem klar definierten Lernziel.

Wann sind Lernpfade in der Personalentwicklung sinnvoll?
Ein Lernpfad lohnt sich, sobald Lernen mehrere Schritte durchläuft und eine einzelne Schulung nicht ausreicht. Typische Anwendungsfälle sind das Onboarding, Zertifizierungen, langfristige Kompetenzentwicklung oder Trainings für Teams mit unterschiedlichem Vorwissen, bei denen jeder an der passenden Stelle einsteigt.
Ein Lernpfad ist die richtige Wahl für deine Personalentwicklung, sobald mindestens eines dieser Kriterien zutrifft:
- Es gibt mehrere Lerninhalte, die aufeinander aufbauen
- Die Reihenfolge ist wichtig für den Lernerfolg
- Das Ziel ist komplex oder mehrstufig
Arten von Lernpfaden
Je nach Zielsetzung und Lernkontext eignen sich verschiedene Typen von Lernpfaden:
- Lineare Lernpfade: Lernende durchlaufen eine feste Abfolge von Lernschritten. Das ist ideal bei Wissen, das aufeinander aufbaut, wie beispielsweise bei Compliance-Trainings oder allgemein Schulungen, die mit Grundlagenwissen beginnen.
- Modulare Lernpfade: Hier sind die Inhalte in eigenständige Themenblöcke gegliedert, die sich flexibel kombinieren lassen. Das passt vor allem dann, wenn Lernende für ein Lernziel verschiedene Kompetenzen erwerben müssen, die aber unabhängig voneinander sind. Ein typisches Beispiel ist die Führungskräfteentwicklung mit Modulen zu Kommunikation, Konfliktmanagement und strategischem Denken.
- Verzweigte Lernpfade: Der Lernweg hängt hier von den Antworten der Lernenden ab. Dabei folgt der Lernpfad einer festen Wenn-Dann-Logik. Etwa bei einer falschen Antwort geht’s weiter zu einem Modul, dass das aktuelle Thema vertieft, bei einer richtigen zum nächsten Thema. Die «Abzweigungen» sind also vordefiniert.
- Adaptive Lernpfade: Diese passen den Lernweg anhand definierter Regeln oder anhand von Informationen wie Vorwissen, Lerntempo oder Fehlerquoten an. Ähnlich wie Google Maps dir deine Route in Echtzeit neu berechnet und etwa bei einem Stau Umfahrungen vorschlägt. Dafür braucht es eine entsprechend ausgestattete Lernplattform. Der höhere Aufwand für Adaptivität lohnt sich beispielsweise bei einer grossen Zielgruppe mit unterschiedlichem Kenntnisstand oder einem langen Weiterbildungsprogramm mit vielen Etappen.




