Das beste Lernformat ist oft eine Kombination. Ein e-Learning verbindet zum Beispiel Texte, Videos und interaktive Übungen in einem Kurs. Auch Präsenzschulungen gewinnen, wenn digitale Einheiten die Teilnehmenden vorab auf den gleichen Stand bringen und kurze Auffrischungen das Gelernte danach festigen.
Entscheidend ist das Zusammenspiel. Jedes Format oder Gestaltungselement übernimmt die Aufgabe, für die es sich am besten eignet, und gemeinsam unterstützen sie das Lernziel. Die folgende Übersicht zeigt dir die Stärken der einzelnen Formate und worauf du bei ihrem Einsatz achtest.
e-Learning
Eignet sich für Mitarbeitende, die zeitlich und örtlich flexibel lernen. Das Format unterstützt besonders das schrittweise Verstehen von Grundlagen, die Überprüfung von Wissen und das Einschätzen typischer Situationen. Die Lernenden bearbeiten die Inhalte selbstständig und im eigenen Tempo.
Beispiele:
- Ein Einführungskurs vermittelt neuen Mitarbeitenden die wichtigsten Unternehmensprozesse.
- Ein Datenschutzkurs verbindet kurze Erklärungen mit Fragen zu typischen Situationen im Arbeitsalltag.
Achte darauf: Die Wirkung eines e-Learnings hängt von der Qualität der Interaktionen ab, weniger von ihrer Anzahl. Entscheidend ist, dass jede Interaktion ein klares Lernziel unterstützt.
Video
Eignet sich für die Veranschaulichung von Abläufen, Handgriffen oder der Bedienung einer Software. Videos zeigen direkt, wie eine Tätigkeit ausgeführt wird, und helfen dabei, auch komplexere Abläufe verständlich zu erklären. Ein Video oder Screenrecording benötigt mehr Planung und Aufwand als ein Text, beim Erstellen ebenso wie bei späteren Aktualisierungen.
Beispiele:
- Ein Erklärvideo zeigt die wichtigsten Schritte bei der Bedienung einer Maschine.
- Ein Screenrecording führt durch einen Prozess in einer Software.
Achte darauf: Ergänze Untertitel und ein Transkript. Prüfe früh, wie häufig sich der Inhalt verändert und ob weitere Sprachversionen geplant sind. Weitere Tipps findest du im Beitrag zu Talking-Head-Videos im e-Learning.
Microlearning
Eignet sich für kurze, fokussierte Lerneinheiten, mit denen Mitarbeitende Wissen aufbauen oder auffrischen. Das ist besonders praktisch für Mitarbeitende im Aussendienst oder mit wenig Zeit für längere Schulungen.
Beispiele:
- Eine dreiminütige Lerneinheit frischt eine wichtige Sicherheitsregel auf.
- Eine kurze Lernkarte erklärt eine neue Produkteigenschaft.
Achte darauf: Kurz bedeutet nicht oberflächlich. Konzentriere dich pro Einheit auf ein klares Lernziel und teile komplexere Themen in sinnvoll aufeinander aufbauende Lerneinheiten auf. Mehr dazu erfährst du im Experteninterview zu Microlearning.
Präsenzschulung
Eignet sich für Lernziele, bei denen Mitarbeitende Situationen gemeinsam einschätzen oder direktes Feedback erhalten sollen. Der persönliche Austausch hilft dabei, Fragen zu klären und Erfahrungen zu teilen.
Beispiele:
- Führungskräfte trainieren schwierige Gesprächssituationen in Rollenspielen.
- Ein Team bespricht konkrete Kundenfälle und entwickelt passende Lösungen.
Achte darauf: Präsenzschulungen brauchen gemeinsame Zeit und Räumlichkeiten, was den organisatorischen Aufwand erhöht. Digitale Formate vermitteln Grundlagen vorab oder frischen Inhalte später auf.
Text oder PDF
Eignet sich für Informationen, die Mitarbeitende verstehen und später gezielt nachschlagen müssen. Texte und PDFs sind besonders hilfreich für Abläufe, Richtlinien, Checklisten oder kompakte Grundlagen. Gut strukturierte Texte lassen sich durchsuchen, einfach aktualisieren und meist auch unkompliziert übersetzen.
Beispiele:
- Eine Checkliste führt durch die Schritte einer Qualitätskontrolle.
- Ein übersichtliches Merkblatt fasst die wichtigsten Sicherheitsregeln zusammen.
Achte darauf: Lange Textblöcke erschweren die Orientierung. Klare Zwischenüberschriften, verständliche Sprache und eine gute Gliederung führen Lesende schnell zur relevanten Information.
Interaktive Übungen und Quiz
Eignet sich für die Überprüfung von Wissen. Szenarien und Entscheidungsfragen gehen einen Schritt weiter: Sie bilden typische Situationen aus dem Arbeitsalltag ab und unterstützen so den Transfer in die Praxis. Das Feedback ist entscheidend: Es zeigt Lernenden, warum eine Antwort richtig oder falsch ist.
Beispiele:
- Eine Quizfrage überprüft, ob Mitarbeitende eine Sicherheitsregel verstanden haben.
- Ein Entscheidungsszenario lässt Mitarbeitende auf eine Kundenreklamation reagieren.
Achte darauf: Jede Übung braucht einen Bezug zum Lernziel. Eine Quizfrage nur zur Abwechslung bringt wenig zusätzlichen Lernwert.
Webinar
Eignet sich, um neue Inhalte gemeinsam zu verstehen, Fragen zu klären oder unterschiedliche Einschätzungen zu diskutieren. Mitarbeitende können unabhängig von ihrem Standort teilnehmen. Webinare verbinden die Flexibilität eines digitalen Formats mit direktem Austausch.
Beispiele:
- Eine Fachperson stellt eine neue interne Richtlinie vor und beantwortet Fragen.
- Eine Live-Demonstration zeigt neue Funktionen einer Software.
Achte darauf: Plane gezielte Möglichkeiten zur Beteiligung ein, etwa Fragen, kurze Umfragen oder gemeinsame Fallbesprechungen. Stelle wichtige Unterlagen anschliessend zur Verfügung, damit die Teilnehmenden Inhalte nachschlagen können.
Audio und Podcast
Eignen sich um Zusammenhänge verständlich zu erklären oder Erfahrungen weiterzugeben. Mitarbeitende können die Inhalte beispielsweise unterwegs oder während einer passenden Arbeitspause anhören.
Beispiele:
- Ein kurzes Interview vermittelt Erfahrungen aus einem Kundenprojekt.
- Eine Podcastfolge erklärt die Hintergründe einer neuen Unternehmensstrategie.
Achte darauf: Strukturiere die Inhalte klar und konzentriere dich auf wenige Kernbotschaften. Ergänze ein Transkript, damit die Informationen auch lesbar und durchsuchbar sind.
Infografiken und Bilder
Eignen sich für die anschauliche Darstellung von Informationen, Zusammenhängen und Prozessschritten. Sie helfen Mitarbeitenden, wichtige Inhalte auf einen Blick zu verstehen und später schnell wiederzufinden.
Beispiele:
- Ein Ablaufdiagramm zeigt die einzelnen Schritte eines Freigabeprozesses.
- Eine Infografik erklärt die wichtigsten Regeln zur Datensicherheit.
Achte darauf: Konzentriere dich auf die wesentlichen Informationen und verwende eindeutige Symbole und Beschriftungen. Ergänze bei digitalen Lernangeboten aussagekräftige Alternativtexte und achte auf ausreichende Kontraste.
Gamification
Eignet sich für Lernangebote, bei denen spielerische Elemente Mitarbeitende zum aktiven Mitmachen motivieren sollen. Besonders sinnvoll ist Gamification, wenn Wissen wiederholt oder Entscheidungen geübt werden.
Beispiele:
- Ein Punktequiz motiviert Mitarbeitende, ihr Wissen zu einem Thema zu überprüfen.
- Eine Lernmission führt durch mehrere Entscheidungssituationen aus dem Arbeitsalltag.
Achte darauf: Setze spielerische Elemente gezielt ein, um die gewünschte Lernaktivität zu fördern. Achte darauf, dass Punkte, Belohnungen oder Wettbewerbe einen echten Beitrag zum Lernen leisten und alle Mitarbeitenden gut mitmachen können.